aktuell, 13.07.2026
Ein massiver Abbruch von Basaltsäulen am Stingenberg in Bonn zeigt, wie extreme Witterungseinflüsse Felswände destabilisieren können. Das Phänomen der thermischen Verwitterung betrifft Felsformationen weltweit.
Ende Juni ereignete sich am Stingenberg in Bonn-Oberkassel ein schwerer Abbruch von Basaltsäulen an einem offenen, ehemaligen Steinbruch.
Die Fundstelle ist historisch bedeutend: Hier wurde das eiszeitliche „Doppelgrab von Oberkassel“ entdeckt, dessen Alter auf rund 14.000 Jahre geschätzt wird.
Der jüngste Abbruch der massiven Basaltmassen nach einem sonnig-heißen Tag am 23. Juni war so gewaltig, dass die Seismographen an unserer etwa sieben Kilometer entfernten Wetterstation die typischen Ausschläge eines solchen Block- und Säulensturzes registrierten:
Thermische Spannungen als Auslöser
Die Ursache für solche Abgänge liegt in der extremen physikalischen Belastung des Materials.
Offene Felswände aus dunklem Basalt erwärmen sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark – Infrarotmessungen zeigen Oberflächentemperaturen von bis zu 65 Grad Celsius bei einer Lufttemperatur von 32 Grad Celsius.
Das entspricht einer Aufheizung von rund 30 Grad über der Umgebungstemperatur.
Durch diese extreme, ungleichmäßige thermische Ausdehnung entstehen immense Spannungen im Gestein, die das Material lockern und regelrecht absprengen.
Gefahrenquelle Felswand: Ein dynamischer Prozess
Diese Form der sogenannten trockenen Verwitterung führt kontinuierlich zu kleineren Steinschlägen oder eben zu massiven Säulenabgängen.
Neben extremer Hitze wirken vor allem Starkregenereignisse und Frost-Tau-Wechsel als Katalysatoren für die Destabilisierung von Felsvorsprüngen.
Das Ereignis in Bonn zeigt beispielhaft, dass Felswände keine statischen Gebilde sind. Sie verändern sich unter dem Einfluss des Wetters ständig.
Während diese Prozesse im Hochgebirge noch weitaus intensiver und großflächiger ablaufen, weisen sie auch im Rheintal ein erhebliches Gefahrenpotenzial auf. Der Aufenthalt im unmittelbaren Umfeld solcher Steilhänge ist daher besonders bei extremen Wetterlagen – ob bei intensiver Sonneneinstrahlung oder nach Starkregen – mit erheblichen Risiken verbunden.
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