Relative Luftfeuchte Schlüsselfaktor bei Vegetationsbränden

aktuell, 27.05.2026

Warum der 29. Mai 2018 alle Rekorde brach!

Großwetterlagen mit extrem niedriger Luftfeuchtigkeit, wie wir sie auch in den kommenden Tagen erleben werden, stellen das Risikomanagement von Feuerwehren und Forstbehörden vor immense Herausforderungen.

In der jüngeren Klimageschichte sticht dabei der 29. Mai 2018 als der bislang folgenschwerste Tag im Bereich der Wald- und Flurbrände heraus.

Die meteorologischen Ursachen der Rekordlage

Die Ursache für die damalige Eskalation lag in einer stabilen Blockadewetterlage. Ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet transportierte heiße und kontinentale Luftmassen aus osteuropäischen Steppenregionen direkt nach Mitteleuropa. Dies bildete den Auftakt für die spätere Sommerdürre des Jahres 2018.

Der entscheidende Risikofaktor war jedoch der extreme Rückgang der relativen Luftfeuchtigkeit, die flächendeckend im Norden und Osten Werte von lediglich 11 bis 14 % erreichte.

Durch diesen physikalischen Zustand trocknete die obere Bodenschicht aus Nadelstreu und Totholz vollständig aus. Die Zündenergie sank dadurch auf ein Minimum: Bereits der Funkenflug von Güterzügen reichte aus, um kilometerlange Bahndämme nahezu gleichzeitig zu entzünden.

 

Gleichzeitigkeit von Großschadenslagen

An diesem Tag kam es zu einer Kumulation von Ernstfällen im gesamten Bundesgebiet. Besonders betroffen war Brandenburg, wo bei Jüterbog und in Potsdam-Mittelmark hunderte Hektar Kiefernwald in Brand gerieten.

Wegen im Boden befindlicher Weltkriegsmunition mussten dort Evakuierungen eingeleitet werden. Parallel dazu registrierten die Behörden ausgedehnte Moorbrände im Nordwesten sowie großflächige Brände auf landwirtschaftlichen Nutzflächen in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Leitstellen erreichten flächendeckend ihre Kapazitätsgrenzen, als die Zahl der täglichen, verifizierten Großschadenslagen bei Vegetationsbränden die Marke von 550 Vorfällen innerhalb von 24 Stunden überschritt.

 

Aktuelle Prognose: Hohe Einsatzzahlen für morgen erwartet

Die historischen Daten verdeutlichen die logistische Belastungsgrenze bei solchen Wetterlagen. Für den morgigen Tag zeichnet sich eine ähnlich kritische Konstellation ab.

Die aktuellen Modellberechnungen lassen bundesweit ein hohes Brandpotenzial erwarten, welches schätzungsweise zu 100 bis 150 feuerwehrtechnischen Einsätzen oder mehr führen könnte.

Relative Luftfeuchtigkeit am Donnerstagnachmittag (15:00 Uhr) nach ICON
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