Umweltrisiko Tagebauseen

aktuell, 02.11.2026

Die geplante Befüllung der rheinischen Braunkohletagebauten Hambach und Garzweiler mit Rheinwasser sorgt für heftige Kritik. Experten warnen, dass unzureichend gereinigtes Wasser mit Mikroschadstoffen die entstehenden Seen und das Grundwasser langfristig schwer belasten könnte.

Um die riesigen Restlöcher der Tagebaue ab 2030 beziehungsweise 2039 zu stabilisieren und zu fluten, sollen gigantische Mengen Rheinwasser über eine Pipeline transportiert werden.

Unter anderem der Umweltwissenschaftler Dr. Georg Gellert bemängelt jedoch, dass die vorgesehene Entnahmestelle bei Dormagen gefährlich nah an der Einleitung einer großen Industriekläranlage liegt.

Da der Betreiber RWE bisher keine umfassende chemische Wasseraufbereitung, sondern primär eine mechanische Reinigung vorsieht, droht ein gefährlicher Schadstoffcocktail in die neuen Seen zu gelangen.

 

Zwar existieren technische Verfahren wie Ozonung, Aktivkohlefilter oder Membranfiltration, diese stoßen bei den enormen Durchflussmengen und den mitgeführten Schwebstoffen im Praxisbetrieb jedoch an erhebliche physikalische und wirtschaftliche Grenzen.

Umwelt- und Naturschutzverbände fordern daher nachdrücklich ein Umdenken, bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden. Neben einer kritischen Überprüfung des Entnahmestandorts braucht es ein engmaschiges Monitoring- und Frühwarnsystem, um toxische Belastungen von Anfang an zu verhindern und die Region vor langfristigen Folgeschäden zu schützen.

Weitere Informationen zum Thema findet Ihr in zwei Gastbeiträgen von Dr. Georg Geller.

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